Ratgeber
Floatglas richtig auswählen
Was Floatglas ausmacht
Floatglas ist flach, glatt und durchsichtig. Es ist die Glasart, die am häufigsten verbaut wird. Gleichzeitig ist es das Ausgangsmaterial für veredelte Gläser: ESG, TVG, Verbundglas und Isolierglas entstehen aus Floatglas.
Die Rohstoffe sind Quarzsand, Natriumcarbonat, Kalk und Dolomit. Die geschmolzene Masse fließt auf ein Bad aus flüssigem Zinn und wird dort geformt. Die Oberflächenspannung zwischen Zinn und Glas macht die Fläche glatt. Danach kühlt das Glas im Kühlofen so ab, dass keine Spannungen zurückbleiben.
Die Oberfläche lässt sich vielfach veredeln: satinieren, bedrucken, lackieren, verspiegeln oder entspiegeln. Auch Motive lassen sich lasern. Dafür gibt es eigene Ausführungen, zum Beispiel satiniertes oder getöntes Floatglas.
Normalglas oder Optiwhite
Normales Floatglas enthält Eisenoxid und schimmert dadurch leicht grünlich. Bei dicken Scheiben fällt das stärker auf als bei dünnen. Optiwhite ist eisenarm: Es enthält weniger Eisenanteil und wirkt dadurch weißer und klarer. Die Kanten sind heller, und was hinter der Scheibe steht, behält seine Farben.
Darum nimmt man Optiwhite gern für Vitrinen, Bilderrahmen und Aquarien. Auch unter lackiertem Glas lohnt es sich, weil der Grünstich einer normalen Scheibe den Farbton verfälscht. Im Konfigurator gibt es jede Glasstärke in beiden Ausführungen.
Floatglas, ESG oder VSG?
Floatglas ist nicht vorgespannt. Für ESG wird es stark erhitzt und schlagartig abgekühlt. Danach ist die Scheibe deutlich biegefester und verkraftet Stöße und Temperaturwechsel besser. Bricht ESG, zerfällt es in kleine, stumpfe Krümel.
VSG verbindet zwei oder mehr Scheiben über eine reißfeste Folie. Bricht das Glas, bleiben die Splitter an der Folie haften. Für Glas über Kopf, absturzsichernde Verglasungen und begehbare Flächen kommt VSG infrage. Welcher Aufbau dort ausreicht, muss für den konkreten Einbau fachlich geplant werden.
Worauf du bei der Bestellung achtest
Liegt eine Kante frei, sollte sie mindestens gesäumt sein. Eine reine Schnittkante bleibt scharf und gehört in einen Rahmen, der sie verdeckt. Für sichtbare Kanten gibt es matt geschliffen oder hochglanzpoliert. Mehr dazu im Glaswissen unter Kantenbearbeitung.
Bohrungen und Ausschnitte kannst du im Konfigurator auch bei Floatglas setzen. Für Möbelfronten mit Löchern oder Ausschnitten nimmst du trotzdem besser ESG oder TVG. Als Grundregel für die Bohrung gilt: Ihr Durchmesser ist mindestens so groß wie die Glasdicke.
Neben dem Rechteck stehen im Konfigurator weitere Formen zur Wahl, etwa Kreis, Trapez oder Rundbogen. Für eine ganz freie Form reicht eine Vorlage, die per Scanner eins zu eins auf das Glas übertragen wird.
Zum Tragen hilft eine Faustregel: Ein Quadratmeter Glas wiegt je Millimeter Stärke 2,5 kg. Eine Scheibe von 120 × 70 cm in 6 mm wiegt also rund 12,6 kg.
Alle Maße gibst du in Millimetern an. Prüfe sie vor dem Absenden, denn nach Vertragsschluss lässt sich eine Maßanfertigung nicht mehr ändern.
Pflege
Klares Glas reinigst du mit einem milden Reinigungsmittel oder normalem Glasreiniger, dazu Schwamm oder Lappen. Chemikalien greifen die Oberfläche an, spül sie mit reichlich Wasser ab. Auf Wunsch bekommt die Scheibe die unsichtbare CLEANTEC-Beschichtung, auf einer oder auf beiden Seiten. Schmutz und Kalk haften dann schlechter, und das Putzen geht leichter.














